Am 16. April 2026 organisierte Robert Mrkvicka eine Führung durch die Villa Beer für den Fotoklub. Es war ein Erlebnis, durch die neueröffnete Villa zu spazieren und fachkundige Erläuterungen zu hören. Natürlich kam auch die Fotografie nicht zu kurz.
Führung durch die Villa Beer
Die Villa Beer wurde 1929/30 als Wohnhaus für die Unternehmerfamilie Julius und Margarete Beer von den Architekten Josef Frank und Oskar Wlach erbaut. Sie gilt als Schlüsselwerk der zweiten Wiener Moderne und steht seit 1987 unter Denkmalschutz.
Das Areal der Villa zwischen Lainzerstraße und Hietzinger Hauptstraße war ein von 1861 bis 1882 als „Neue Welt“ betriebenes Vergnügungsetablissement. 1883 wurde das Gebiet parzelliert und 1892 nach Wien eingemeindet. Die Unternehmerfamilie Julius und Margarete Beer erwarb dort in den 1920er Jahren ein großes Grundstück und ließ die Villa als Wohnhaus 1929/30 errichten. Die Familie mit drei Kindern wohnte nur einige Jahre darin, da sie 1938? emigrierte.
Zuletzt viele Jahre leerstehend, war die Villa dem Verfall preisgegeben, bevor sie Lothar Trierenberg vor fünf Jahren erwarb. Nach umfassender, mehrjähriger Restaurierung unter Leitung von Hausherr Trierenberg und der Villa Beer Foundation unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes, ist sie seit 8. März 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die schmucklose Fassade besticht mit dem Erker, den Proportionen und den unterschiedlichen Fenstern in ihrem gestalterischen Ausdruck. Sogar der Schattenwurf der Bäume auf die weißen Wandflächen wurde berücksichtigt.
Ziel war es, den einzigartigen Charakter des Hauses mit ca. 900 m² Nutzfläche wieder herzustellen. Nur im Kellergeschoß, in dem sich die Garage, Haustechnik, Lagerräume usw. befanden, wurden größere Umbauten vorgenommen und das Kundenzentrum errichtet.
Vom Erdgeschoß bis zum Dachgeschoß wurden nachträglich eingezogene Wände entfernt, um die ursprüngliche offene Raumabfolge wieder erlebbar zu machen. Architektonische Details an den Fenstern, Fußböden, Kaminen, Radiatoren usw. wurden fachgerecht restauriert oder nachgebaut, wie z.B. die Lichtschalter im 3D-Drucker. Die sorgfältige Auswahl der Textilien für Vorhänge und Sitzmöbel ist beeindruckend.
Die Raumabfolge mit unterschiedlichen Niveaus, Raumhöhen und Sichtachsen hinterlässt einen unverwechselbaren Eindruck. Vor allem die zweigeschossige Halle mit dem gartenseitigen Erker und der offenen Verbindung zum Musiksalon im Zwischengeschoß ist einzigartig. Die Hausherrin war Pianistin und konnte mit dem Spiel auf dem Bösendorferflügel den gesamten Wohnbereich beschallen.
Auch die Schlafräume und Kinderzimmer im 1. Stock, von denen nur einzelne originale Schrankmöbel vorhanden sind, sowie den Dienstbotentrakt mit Küche und eigener Wendeltreppe konnten wir besichtigen.
Zum Abschluss konnten wir den Garten besuchen und die Gartenseite des Gebäudes mit den großen Fensteröffnungen und mehreren Terrassen bestaunen.
Unsere Führerin war sehr fachkundig und konnte uns sehr detailreich und mit angenehmer Stimme die Vorzüge des Gebäudes vermitteln..
Text: Robert Mrkvicka





























