Besuch des Drogistenmuseums in Wien im Juli 2026

Das Österreichische Drogisten- und Pharmamuseum in der Währingerstraße bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte und Entwicklung des Drogistengewerbes. Wir bekamen zuerst eine Einführung in das Drogistengewerbe, das sich aus der Heilkräuteranwendung der Klöster und darausfolgend den „Spezereihändlern“ entwickelte.
Ein wichtiger Zweig war die Herstellung eigener Cremen, Salben, Tinkturen, Putzmittel und das Führen von Chemikalien. Die ersten Automobile bezogen ihren Treibstoff (Benzin) aus der Drogerie oder Apotheke. Auch die Fotobranche nahm ihren Anfang in der Drogerie: die Chemikalien zur Entwicklung wurden dort verkauft, später auch Kameras.
Im ersten Raum dominiert die historische Ladeneinrichtung einer Apotheke aus der Berggasse, deren letzter Besitzer, Herr Pekarek, uns kenntnisreich und mit vielen Anekdoten durch die Sammlung führte! Herr Pekarek stellte uns auch die umfangreichen Kenntnisse vor, die von Drogistenlehrlingen verlangt wurden.
Ausgestellt werden auch die verschiedenen Geräte wie Mörser, Präzisionswaagen oder Laborgerätschaften.
Ein ganzer Raum ist den Düften gewidmet und enthält eine Sammlung von Miniaturparfumfläschchen.
Eine Bibliothek mit Herbarien und Regale mit sorgfältig beschrifteten Behältnissen komplettieren die Sammlung.
Am meisten faszinierten uns jedoch die kuriosen Produkte, die für Heilzwecke eingesetzt wurden: gemahlene Mumien, Knochenmehl aus dem Schädel Gehenkter, oder „Theriak“, aus unzähligen dubiosen Ingredienzen, hergestellt als Gegengift und Universalheilmittel.
Der letzte Raum ist der Fotografie gewidmet mit einer Sammlung alter Foto- und Filmapparate.

Wir danken Franz Svoboda für die Organisation der Führung!